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Profi Skills

Vom Akkordton zur eigenen Jazz-Sprache

Improvisation ist keine Begabung, sondern eine Sprache. Auf dieser Seite siehst du, welche Themen im Saxophon- und Improvisationsunterricht in Mainz tatsächlich vorkommen – von den ersten Akkordtönen bis zu Triad Pairs und Inside/Outside Playing. Wir arbeiten immer am Instrument, an echten Stücken und an deinem Sound.

Vier Stufen – ein Weg

Niemand fängt bei Polychords an. Die Themen bauen aufeinander auf: Erst tragen dich die Akkordtöne, dann kommt die Jazz-Sprache dazu, dann die Gestaltung – und irgendwann die Freiheit, bewusst außerhalb der Harmonie zu spielen.

  1. Foundation
  2. Jazz Language
  3. Development
  4. Advanced

01 · Foundation

Vom Akkordton zur Linie

Hier beginnt jedes gute Solo: Du weißt jederzeit, welche Töne gerade tragen – und wie du sie zu einer Melodie verbindest.

  • Chord Tones (Akkordtöne)

    Die Töne, die den Akkord ausmachen. Sie sind dein sicherer Boden – auch wenn du sonst noch nichts über Harmonielehre weißt.

  • Chord Tone Targeting (Zieltöne)

    Du spielst nicht irgendwohin, sondern auf einen bestimmten Akkordton zu. Das gibt deiner Linie Richtung und Ruhe.

  • Guide Tones (Terz & Septime)

    Die beiden Töne, die den Charakter eines Akkords hörbar machen. Wer sie trifft, klingt sofort „richtig“.

  • Voice Leading (Stimmführung)

    Von Akkord zu Akkord den nächstgelegenen Ton nehmen, statt zu springen. So entsteht ein fließender melodischer Faden.

  • Connecting Thirds (Terzen verbinden)

    Die Terzen  der Akkorde durch Chromatik melodisch verbinden – so machst du die Akkorde hörbar.

  • Chord Tone Soloing (Solo aus den Akkordtönen)

    Improvisieren aus der Harmonie heraus statt aus Skalen. Weniger Töne, mehr Aussage.

02 · Jazz Language

Bebop Language: die Sprache dazwischen

Jazz klingt nach Jazz durch das, was zwischen den Akkordtönen passiert. Diese Bausteine lernst du hörend und spielend, nicht auswendig.

  • Approach Notes (Annäherungstöne)

    Chromatische oder diatonische Töne, die gezielt zu einem Akkordton führen – der klassische Anlauf vor der Landung.

  • Enclosures (Tonumspielungen)

    Ein Zielton wird von oben und unten umspielt, bevor er erklingt. Sofort erkennbarer Bebop-Sound.

  • Chromatic Passing Tones (Chromatische Durchgangstöne)

    Halbtonschritte zwischen wichtigen Tönen. Sie füllen die Linie und halten sie in Bewegung.

  • Bebop Scales (Bebop-Skalen)

    Skalen mit einem zusätzlichen chromatischen Durchgangston, damit die Akkordtöne rhythmisch auf die richtigen Zählzeiten fallen.

  • Bebop Lines (Jazz-Linien)

    Aus den Bausteinen werden ganze Phrasen: dein wachsendes Vokabular an authentischen Jazz-Linien.

  • Transcription (Heraushören)

    Soli deiner Vorbilder heraushören, verstehen und umbauen – die schnellste Art, Sprache zu lernen.

03 · Development

Aus Material wird Musik

Ein Solo ist mehr als eine Kette von Licks. Hier lernst du, aus wenig Material einen musikalischen Bogen zu bauen.

  • Motivic Cells (Melodische Zellen)

    Drei, vier Töne als Keimzelle – kurz genug, dass Zuhörer sie wiedererkennen.

  • Motivic Development (Motivarbeit)

    Ein Motiv variieren, verkürzen, verlängern, umkehren. So entsteht ein Solo mit rotem Faden.

  • Digital Patterns (Zahlenmuster)

    Strukturen wie 1–2–3–5, die du durch alle Tonarten und Akkordtypen führst. Technik und Gehör in einem.

  • Sequences (Sequenzierung)

    Ein Motiv auf verschiedenen Stufen wiederholen – melodisch oder harmonisch versetzt.

  • Rhythmic Displacement (Rhythmische Verschiebung)

    Dieselbe Phrase, andere Zählzeit. Klingt neu, ohne dass du neue Töne brauchst.

  • Connecting Thirds (Terzen verbinden)

    Die Terzen eines Akkords melodisch durch chromatische Zwischentöne verbinden – so machst Du Akkorde sichtbar.

04 · Advanced

Moderne Harmonik & Advanced Improvisation

Für Fortgeschrittene und Profis: kontrollierte Spannung, Überlagerungen und Klangfarben jenseits von Skalen und Pentatonik.

  • Triad Pairs (Dreiklangspaare)

    Zwei Dreiklänge als Materialpool. Ergibt moderne, klar strukturierte Linien mit großem Ambitus.

  • Upper Structures (Oberstrukturen)

    Dreiklänge über einem Grundakkord – die Optionstöne werden hörbar statt nur theoretisch.

  • Polychords (Akkordüberlagerungen)

    Zwei Akkordstrukturen gleichzeitig gedacht. Klangfarbe statt Funktion.

  • Superimposition (Überlagerung)

    Eine zusätzliche Harmonie über die bestehende legen und wieder auflösen.

  • Side-Slipping (Chromatisches Verschieben)

    Auch Side-Stepping: Material kurz einen Halbton verschieben – Spannung, die sich sofort wieder auflöst.

  • Inside/Outside Playing (Innerhalb & außerhalb der Harmonie)

    Bewusst raus- und wieder reingehen. Der Unterschied zwischen „falsch“ und „absichtlich“ ist Kontrolle.

  • Outside Lines (Spannungslinien)

    Harmonische Spannung gezielt aufbauen – und genauso gezielt auflösen.

  • Altered Dominants (Alterierte Dominanten)

    Umgang mit alterierten Akkorden, passenden Skalen und Linien, die die Auflösung vorbereiten.

  • Chord Substitutions & Tritone Substitution (Akkordersatz)

    Akkorde ersetzen oder umdeuten – von der Tritonus-Substitution bis zu Reharmonisierungen ganzer Formteile.

  • Linear Harmony (Harmonie als Linie)

    Harmonie nicht senkrecht als Akkord, sondern waagerecht als melodische Bewegung denken.

Rhythmus, Phrasing & Jazz Feel

Die richtigen Töne allein reichen nicht. Wie du sie ansetzt, betonst und im Beat platzierst, entscheidet darüber, ob es nach Jazz klingt.

  • Phrasing & Artikulation

    Wo eine Phrase beginnt, wo sie atmet, welche Töne betont werden: Artikulation entscheidet mehr über den Jazz-Charakter als jede Skala.

  • Time Feel

    Vorne, hinten oder mitten im Beat spielen – bewusst und kontrolliert, mit Metronom auf 2 und 4, mit Playbacks und im Ensemble.

  • Rhythmische Variation

    Achtel, Triolen, Pausen, Synkopen: dieselbe Melodie in mehreren rhythmischen Fassungen spielen können.

  • Dynamik & Bögen

    Ein Chorus mit Anfang, Höhepunkt und Ende statt gleichbleibender Tonkette – längere musikalische Bögen bewusst gestalten.

Saxophon-Handwerk: Obertonreihe, Sound & Blätter

Neben der Improvisation geht es im Saxophonunterricht ganz praktisch um dein Instrument: Ton, Ansatz und Material.

  • Obertonreihe & Obertonübungen

    Overtones auf dem Saxophon: Töne allein über Ansatz und Luftführung erzeugen. Das verbessert Klangkern, Intonation und Ansatzkontrolle – und ist die Vorarbeit für das Altissimo-Register.

  • Saxophonblätter bearbeiten

    Blätter einspielen, anpassen und mit Blattschneider, Schleifpapier oder Reed Rush optimieren. Wir schauen gemeinsam, welche Stärke und welches Setup zu deinem Ansatz passt.

  • Sound, Ansatz & Atmung

    Stütze, Luftführung, Long Tones und Overtone-Matching – damit dein Ton trägt, egal ob leise Ballade oder Bandkontext.

  • Altissimo & Effekte

    Aus den Obertonübungen heraus: hohes Register, Bendings, Growl und Subtones als Ausdrucksmittel, nicht als Selbstzweck.

Häufige Fragen

Für wen sind diese Profi-Skills gedacht?
Für alle, die über Skalen und Pentatonik hinauswollen: fortgeschrittene Saxophonistinnen und Saxophonisten, Studierende, Bandmusiker – und ambitionierte Erwachsene, die von Anfang an richtig lernen möchten. Wir steigen dort ein, wo du gerade stehst.
Brauche ich viel Musiktheorie für Bebop Language und moderne Harmonik?
Nein. Jeder Begriff wird am Instrument erklärt und sofort gespielt. Theorie kommt genau in der Menge dazu, in der sie dein Solo besser macht.
Was sind Obertonübungen auf dem Saxophon?
Overtones sind Töne, die du über einem Grundton allein durch Ansatz, Rachenraum und Luftführung erzeugst. Sie verbessern Klang, Intonation und Kontrolle und sind die Grundlage für das Altissimo-Register.
Gilt das nur für Saxophon?
Die Improvisations- und Harmonik-Themen unterrichte ich instrumentenübergreifend – für Klavier, Gitarre, Bass, Streicher, Bläser und Gesang. Obertonübungen und Blattbearbeitung sind saxophonspezifisch.

Klingt nach deinem nächsten Schritt?

Wir starten mit einem Probetermin zum halben Honorar – in Mainz oder online. Danach weißt du, woran wir arbeiten und in welcher Reihenfolge.

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